Zu Gast in Oberschwaben

MGV-Ausflug vom 29. Juni – 03. Juli 2011

Zu Gast in Oberschwaben – Reiseverlauf und Anmeldung

Foto-Impessionen folgen noch :) – siehe Galerie …

MGV-Reise durch Oberschwaben

Man kann ja nicht alles erzählen – denn eigentlich muss man dabei gewesen sein. Landschaft, Kultur und Unter-haltung in froher Runde zu erleben heißt aber kurz gesagt: Es hat wieder Riesenspaß gemacht. Und das ist wohl das Credo eines Gemeinschaftsausfluges!

Schon die Anreise nach Bad Schussenried  über Schaffhausen zu den Rheinfällen war ein grandioser Auftakt, eine beein-druckende Kulisse. Am Vormittag eine Pause mit Kaffee und Kuchen, jetzt eine kleine Mahlzeit mit Heißer Wurst – und ‘nem Bierchen dazu! Da kam jetzt der Spaziergang am Rhein gerade recht. Das Wetter blieb wechselhaft wie auch an den folgenden Tagen, von Sonne pur bis Wolkenbruch.

Eine Rundfahrt über die grünen Hügel durch Oberschwaben – die Schwäbische Eise’bahne’ in Durlesbach lässt grüßen – hatte auch noch eine besonders lustige Überraschung zu bieten. Aber erst  führte ein Besuch zur “größten Barockkirche nördlich der Alpen” in Altdorf-Weingarten, von dem Adelsgeschlecht der Welfen erbaut, mit beeindruckender Ausstattung an Decken-fresken und einer “Heiligblutreliquie”. Stadtbummel durch die Kreisstadt Ravensburg, mit schönem Altstadtkern und vielen Einkaus- und Einkehrmöglichkeiten. “Gepuzzelt” wurde aber  nicht und jeder  fand auch wieder zum Bus zurück. Dann wurde es sehr gefährlich: Am Rande des Federsees liegt der “Wackelwald” im Moor und alle wagten sich hinein. Eine Laune der Natur, dichtes Wurzelwerk unter weichen Wegen – das Geflecht trägt den Waldboden – aber jeder feste Schritt lässt die Bäume wackeln! Es ist aber niemand im Bodenlosen verschwunden, ein bisschen schwindelig war’s vielleicht so mancher/em bei dieser Kuriosität, aber gelacht wurde darüber noch lange.

Abends ins “einzige Bierkrugmuseum der Welt”, in die Bad Schussenrieder “Erlebnisbrauerei”, zu Fuß nicht weit vom Hotel “Amerika” entfernt, mit einer Erlebnisreise durch die Trink-kultur aus fünf Jahrhunderten. Die Sammlung zeigt auf zwei Stockwerken über 1000 historische Bierkrüge.

Vom kostbaren Kultgegenstand bis zum modernen Werbeartikel dokumentiert die einzigartige Ausstellung die Geschichte des Bierkrugs. Dass das heute gebraute hefetrübe Bier aber auch etwas Besonderes ist, wurde dann beim rustikalen Abendessen in der Brauerschenke in launiger Runde ausgiebig bestätigt.

Ein ganzer Tag am Bodensee. Eine Führung durch das Bregenzer Festspielhaus mit seiner fantastischen Seebühne, die Proben zur Premiere von “André Chénier” live zu erleben ist ebenfalls nicht alltäglich, tolle riesige Kulisse im Sonnenschein an der Uferpromenade. Da konnte man schon einen Cappuccino dazu schlürfen.

Auf der Fahrt nach Dornbirn zum “Größten Rolls-Royce-Museum der Welt” fiel Regen wie aus Kübeln, die wunderbaren Oldtimer standen aber schön im Trockenen. Drei Stockwerke (3000 m²) angefüllt mit den Raritäten, die technischen  Kostbarkeiten ließen Walter Wolf’s Herz höherschlagen, an der Fülle konnte “mann” sich nicht sattsehen. Super Führung mit Historie und sogar aktueller Restaurationswerkstatt.

Zurück über die Grenze, nach dem Duft von Leder und Öl zum Duft vom Allgäuer Käse. Im Familienbetrieb „Vogler“ in Bad Wurzach führte der Chef durch den Betrieb, eindecken konnte “frau” sich dann im Laden, Kostprobe incl. Da kam der Sekt-Umtrunk von und mit Margot Bayer gerade recht. Bei strahlendem Sonnenschein wurde dem Geburtstagskind ein lockeres Ständchen gesungen und fröhlich landete die Truppe später im “Schinderhannes” in Bad Schussenried zum gemeinsamen Abendessen, leckeres Brauerbier, dunkel oder hell, auch incl.

Augsburg, die Stadt an der Donau, Universitätsstadt und Regierungssitz der Schwaben. Der Name der Stadt geht auf die römische Provinzhauptstadt “Augusta Vindelicorum” zurück, die 15 v. Chr. unter dem römischen Kaiser Augustus gegründet wurde. Eine lange Geschichte, ausfühlich und leidenschaftlich von der agilen Stadtführerin vorgetragen – unmöglich, alles zu behalten. Auch interessant und spannend die Zeit der Fugger, Rundgang durch die Sozialsiedlung der Fuggerei, aktuell bis heute, ein hautnaher Einblick in die bescheidene Lebensweise des Arbeiters in der “guten, alten Zeit”.

Prächtig passend dazu (!) das alte Rathaus aus der Renaissance (1615), der Goldene Saal ein Zeugnis des ungeheuren Reichtums der Stadt.

Reichhaltig war auch am Abend das Ritteressen im Aulendorfer Ritterkeller, da bogen sich die Bretter bei dieser Tafeley, urig wie das Mittelalter, Scherz und Gaukeley, lieblicher Gesang der lieblichen Maid zur Laute und ein Feuerspucker im Gewölbe. Ein schöner Abschluss für unseren Aufenthalt im Schwaben-land.

Auf der Heimreise konnte man sich noch ein wenig in Ulm umsehen, das gotische Münster (Grundstein 1317) mit dem “höchsten Kirchturm der Welt” (161,53 m), ein beeindruckendes Bauwerk. Nach dem Mittagessen ein Besuch im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden. Kolossale und filigrane Fossilien aus dem schwäbischen Jura (vor ca. 180 Millionen Jahren !!) werden gezeigt, hochinteressant und lehrreich. Vor allem wird unsere kurze Menschheitsgeschichte hier mal ins richtige Verhältnis gesetzt!

Auch gerade deshalb war es wieder ein sehr schöner Ausflug, unser Dank gilt Dieter Ehbrecht für die Vorbereitung sowie die Aufforderung, den nächsten schon mal vorzumerken – noch mehr Kultur wäre dann aber nicht unbedingt notwendig ☺.