MGV-Kappeowend 2010

Bei bester fasnachtlicher Stimmung feierten die Sänger des Männergesangvereins 1878 Sandhofen ihren „Kappeowend“ im voll besetzten Saal der Gaststätte „Adler“. Gleich zu Anfang stieg Manfred Hammel als ein „Nachrufer“ in die Bütt. In seiner von ihm vorgetragenen und von Hans Ulrich Jagosky verfassten Bütt erinnerte er an die schöne Zeit und die guten Vorträge bei der MGV-Fasnacht mit der leider kürzlich verstorbenen Hertha Herbel.

Über die Zeit „Wenn ein Rekrut in ein Manöver zieht“ wusste Stefanie Paul mit ihren anschaulichen und witzigen Erzählungen zu berichten.

Dank Frau Holle, die in diesem Jahr extrem heftig aus ihrem Winterschlaf erwachte, konnte Wolfgang Merz als „Schneeschipper“ wieder in die Arbeitswelt eingegliedert werden.

Zügig ging es mit dem Programm „in der Bütt“ mit „Fraa Babbisch und Fraa Struwwelich“ (Helga Moll und Renate Reiber) als zänkische Nachbarinnen weiter.

Das „Mitleid“ der Anwesenden war Maxi Paul bei ihrer ersten Büttenrede sicher. Sie, die sich gerade in der Pubertät befinde, empfand die Hilfe im Haushalt ihrer Eltern als „Zwangsarbeit“. Als „Silberbraut“ stand Christel Hammel auf der Bühne. Sie erzählte in theatralischer Weise von ihren vergangenen 25 Ehejahren mit ihrem ach so tollen Ehemann. „Iwwer die Hochzeitsnacht hätt isch nur äns zu sage, ä zwetti hätt isch net vertrage“. Nach einer „Stripeinlage“ verwandelte sie sich, die ihr Leben jetzt selbst in die Hand nehmen wollte, blitzschnell in eine Domina. „Isch nenn misch jetzt Madame Schisell und bin die Domina XXL“.

Sehr gelungen war auch die Parodie auf die „Herzblatt Show“. Jungsänger Julian Marx parodierte gekonnt Rudi Carrell, als „Herzblatt“ hatten Manfred Hammel und die „Damen“ Dominik Eicke, Sascha Knittel und André Jagosky die Lacher auf ihrer Seite.

Mit großem Applaus wurde der Auftritt von Wolfgang Merz und seinem Sohn Peter, der den Sketch „Ein Bauer will verreisen“ selbst geschrieben hatte, belohnt.

Als „Manfred und Jolanda“ waren Michèle Paul und Kerstin Fischer auch nicht immer einer Meinung.

Und dann kam sie, nämlich die Wahrheit, ans Licht. Eva-Kristin Jagosky konnte detailgetreu über das „Elend“, das seit dem Vorruhestand ihres Vaters im Elternhaus herrscht, berichten. Kein Blatt nahm sie dabei vor den Mund. „Isch glaab isch laaf glei’ gege’ die Wond, moin Babba is im Ruheschdond“.

Einen großen Empfang bereiteten die Sänger auch ihrer Lieblichkeit „Elle I“, die mit einer Abordnung der „Stichler“ den „Kappeowend“ besuchte. Das Finale bestritt musikalisch der „MGV-Extrakt“, der von Thomas Paul am Klavier begleitet wurde. Die Texte der bekannten vorgetragenen Lieder wurden von dem Sänger Mike Kah umgeschrieben.

Noch vor dem Finale wurden Orden, gestiftet und hergestellt von der Firma „Klaus Paul Werkzeugbau“, an die Akteure verteilt.

(Angelika Engler, Nord-Nachrichten 2. Ausgabe 2010)